Ist Ihnen das auch schon passiert?
Sie surfen im Internet, und stoßen auf ein interessantes Angebot. Der Preis ist tatsächlich o.k., so scheint es.
In meinem Fall war es so, daß ich schon seit längerem mal ausprobieren wollte, wie gut das Erstellen von Visitenkarten online funktioniert.
Einige Anbieter waren schnell gefunden.
Die Möglichkeit selbst gestalterisch tätig zu werden, übersichtlich und nahezu "idiotensicher"; verführerisch.
Die bereits gestalteten Vorlagen allerdings - zum Teil - eher gewöhnungsbedürftig.
Alle größeren Anbieter ermöglichen das Hochladen des eigenen Logos oder von Bildern. Funktioniert dann aber doch nicht bei jedem.
Genau der Anbieter, dessen Vorlage ich mir ausgeguckt hatte, war nicht in der Lage eine jpeg-Datei hochzuladen. Peinlich und ärgerlich. Egal. Weiter zum nächsten...
Das Design - gemessen an der ersten Auswahl - nur zweiter Sieger, aber brauchbar.
Hochladen des Logos: kein Problem.
Positionierung etwas fummelig, aber mit etwas Probieren machbar.
Wie sich beim fertigen Produkt herausstellte, sind die auf dem Bildschirm gesehenen Größenverhältnisse von Logo zu Namenszug nicht ganz korrekt. Ich hatte da eigentlich etwas anderes erwartet. Das Logo etwas größer, der Name etwas kleiner. Im Ausdruck war es dann genau umgekehrt. Mehr was für Selbstdarsteller. So weit so schlecht.
Und dann war da noch der Preis. Wirklich günstig - aber dann - nachdem ich mit meinem gestalterischen Höhenflug fertig war, wurde ich bis an die Grenzen meiner Geduld durch eine ganze Serie von Sonder-Angebotsseiten geschleust. Keine Chance schneller zum Ende zu kommen.
Immerhin - ein wirklich preiswertes Metall-Etui, für die im Werden begriffenen Visitenkarten (herabgesetzt wirkt fast immer), sollte es dann doch noch sein.
Und endlich - die Abrechnung. Tja, da haben sie dann wirklich mit mir abgerechnet. Nachdem man reichlich Zeit und Mühe investiert hat, akzeptiert man (praktische Verkaufs-Psychologie) eben auch überhöhte und durch nichts gerechtfertige Versandkosten. Die sind nämlich ungefähr genauso hoch, wie der Gesamt-Warenwert! Bei Eilversand wird es dann richtig teuer. Es gibt auch eine billigere Variante. In so einer clever gestalteten Situation wählen die meisten Menschen - genau: die mittlere Variante, weil Preis und Wartezeit im Rahmen liegen. Genau das ist auch der eigentiche Sinn dieser Strategie.
Jetzt überlegt man: doch noch einen anderen Anbieter suchen; vermutlich wieder die ganze Prozedur von vorn, doch zu einem kleinen Druckerei-Betrieb vor Ort - also noch mehr Zeit investieren? Nee. Selber Schuld. Nochmal nichts bei dem bestellen, aber diesmal schon.
Der Hinweis auf die Lieferzeit von 14 Tagen wurde im Anschluß an das PayPal-Prozedere relativiert. Ich hatte die Karten dann sogar innerhalb weniger Tage, passend zur Messe. So war es es auch gedacht. Das war dann wieder in Ordnung.
Die Erfahrung, wie es auch gehen kann - anders als im eigenen Shop: aussuchen, in den Warenkorb legen, bestätigen, PayPal, fertig - unbezahlbar.
Dennoch, man muß nicht alles anwenden, was die moderne (alte - diese Prinzipien sind so alt wie die Menschheit) Verkaufs-Psychologie so hergibt. So mancher Kunde schätzt es gar nicht, wenn man ihn zum Tanzbären macht und an einem virtuellen Nasenring durch den Shop führt.
Ich für meinen Teil sehe meine Kunden gerne wiederkommen. Das schnelle Geld ist verführerisch, aber nicht wirklich sinnstiftend. Letztlich eine Frage der Einstellung zu dem Geschäft das man betreibt - und vor allem: zu den Menschen.
Mittwoch, 15. Juli 2009
Der Versandkosten-Gau
Labels:
Marketing,
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